Interreg – Netzwerktag:

Projekte ohne Ablaufdatum

Damit beständige Ergebnisse in den Interreg-Projekten geschaffen werden, sollte von Anfang an an dem mentalen Abschluss des Projektes gearbeitet werden. Diese Empfehlung ist eine von vielen, die auf dem Miniseminar ”Verankerung von Projekten” diskutiert wurden.

Fokus auf die Implementierung

Laut Peter Wick von der University of Copenhagen, Experte für Implementierungsforschung und Vortragender auf dem Workshop, sollte ein Projekt nicht als etwas Abschließendes definiert werden, sondern als etwas Einleitendes und Fortlaufendes. Projekte haben Peter Wick zufolge oft am meisten Fokus auf Entwicklung und weniger Fokus auf die Implementierung von Ergebnissen – das Verhältnis sollte 50 zu 50 statt 90 zu 10 sein, wie es oft der Fall ist. Eben diese Empfehlung war der Ausgangspunkt für das nun abgeschlossene Interreg B-Projekt ”European Route of Brick Gothic”, das in einem Vortrag über dessen Erfahrungen und großen Erfolg, nämlich das Projekt in bleibenden Strukturen zu verankern, berichtete. Laut Christoph Pienkoß, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Qualität e.V., lag der direkte Grund für den Erfolg des Projektes darin, dass früh im Verlauf daran gearbeitet wurde die Zusammenarbeit in einen Verbund zu institutionalisieren.

Vibeke Knöchel Christensen und Dirk Keil, die am Netzwerktag mit ihrem laufenden Projekt NORDMUS teilnehmen, konnten direkte Parallelen zu ihrer Situation sehen. Denn auch ihr Projekt hat sich zum Ziel gesetzt die Zusammenarbeit zwischen den Museen in der Programmregion in einem Verbund zu institutionalisieren: „Man muss weg von dem täglichen Projektgedanken und einem ´mentalem Abschlussdatum´. Die Partner in dem Projekt müssen die langfristigen Perspektiven sehen können.“

Einen Wert intern und extern erzielen

Lise Espersen von Interact hatte zuvor in ihrem Vortrag betont, wie wichtig es ist, dass Interreg-Projekte ihren Fokus auf die Verankerung legen. Nur so erzielen die EU-Mittel einen reellen Wert für die Bürger. Genau aus diesem Grund ist in dieser Programmperiode der Fokus wesentlich stärker auf die Ergebnisorientierung gerichtet als zuvor. Die besten Werkzeuge um eine Verankerung zu erreichen drückt Lise Espersen anhand von 3 Worten aus: “Communication, communication and communication“. Es geht darum konstant den Fokus auf die Kommunikation der Projekte gegenüber ihren Zielgruppen (Organisationen, Politiker, die Öffentlichkeit u.a.m.) zu legen, um dabei die notwendige Sichtbarkeit zu erreichen. Dementsprechend betont Peter Wick in seinem Vortrag, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Projekt verankert wird, größer ist, wenn es gelingt Kulturen von unten nach oben in den einzelnen Organisationen zu transformieren, damit eine anhaltende Institutionalisierung gesichert wird.

Dies war eine der vielen Empfehlungen, die Projektleiter Peter Militz vom Projekt JUMP von dem Tag mit nachhause nimmt: ”Es ist extrem wichtig, dass Begeisterung und Eigenverantwortung für das Projekt in den mitwirkenden Organisationen geschaffen wird”.

Ein Beitrag von Charlotte H. Andersen.