Kick-Off UNDINE II

Geradeaus und eine schöne Landschaft. Diese Worte beschreiben unsere kleine Reise von Kruså zur Kick-Off Konferenz von UNDINE II in Neustadt ziemlich gut. Doch nach zwei Stunden liegt sie vor uns – die alte Hafenstadt der Lübecker Bucht.

Im Hause des BUND treffen sich sowohl die dänischen und deutschen Projektpartner als auch viele Interessierte, die schon das erste erfolgreiche Projekt UNDINE I mitverfolgt haben. Die Freude über die positiven langfristigen Ergebnisse des Vorgängerprojekts UNDINE I ist groß. Noch größer ist die Freude über das neue Projekt, die allen Teilnehmern deutlich anzusehen ist.

Bereits das Begrüßungsgetränk ist auf das Thema des Tages abgestimmt. So sorgt es mit dem Namen ”Qualle und Alge”, symbolisch dargestellt durch eine Litschi-Frucht und einige essbare Algenstränge, für kritische aber auch interessierte Blicke unter den Gästen. Letztendlich kann es jedoch auch den letzten Skeptiker überzeugen.

Das Ambiente könnte ebenfalls nicht passender sein: So erinnert die vor dem Fenster liegende Ostsee während der gesamten Veranstaltung an das im Fokus des Projekts stehende Kulturgut der Programmregion. Der dänische Projektpartner Søren Sørensen von der Vordingborg Kommune erinnert mit seinen Grußworten an dessen große Wirkungskraft, indem er Jacques-Yves Cousteau zitiert: ”The sea, once it casts its spell, holds one in its net of wonder forever”. Und auch Stefanie Sudhaus, die Projektleiterin von UNDINE II, wählt die Worte des weltweit bekannten Pioniers, um die Teilnehmer der Veranstaltung mit auf eine virtuelle Reise unter die Oberfläche der Ostee zu nehmen: ”Die beste Weise, Fische zu beobachten, besteht darin, selber zum Fisch zu werden”. So scheint auch das Motto des Projekts zu lauten. UNDINE II wird daran arbeiten, die Unterwasserwelt langfristig attraktiv für Touristen der Region zu gestalten. Um jedoch nicht direkt ins Wasser zu müssen, dessen Temperatur die meiste Zeit des Jahres schließlich nicht mit denen der typischen Tauchurlaubsziele vergleichbar ist, sollen verschiedene Spiele, Smartphone-Apps, Unterwasser-Livecams und Informationstafeln an Land entwickelt werden. So können sich alle Interessierten jederzeit und überall ein Bild von dem machen, was sich unter der Wasseroberfläche befindet und vom Land aus nicht sichtbar ist.

Stefanie Sudhaus macht in ihrer Präsentation auf die neuen Herausforderungen aufmerksam, die vor allem die neue vergrößerte Programmregion mit sich bringt. Da UNDINE I noch im Rahmen des Interreg 4a Programms stattfand und somit Teil der Fehmarnbeltregion war, gilt es vor allem Film- und Fotomaterialien sowie eingetragene Tauchplätze der neuen Programmregion anzupassen. Des Weiteren hat UNDINE II es sich zur Aufgabe gemacht, einen besonderen Fokus auf die Umweltbildung zu legen. Ein Teilnehmer aus dem Publikum meldet sich zu Wort und macht auf einen wichtigen Punkt aufmerksam, den das Projekt bei der Durchführung versuchen sollte zu beachten: ”Der Mensch schützt nur das, was er kennt und schätzt.” Daher sei es vor allem wichtig, dass Informationen das Bewusstsein der Menschen stärken und zur Achtung der Natur beitragen. Dass dies von großer Bedeutung ist, wird abermals in einer lebendigen Podiumsdiskussion mit einigen Projektpartnern deutlich. So sei es laut Christian Rogge von der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht die größte Herausforderung gewesen, die Menschen unter Wasser zu bekommen. “Danach ist die Begeisterung jedoch ausnahmslos groß und positiv gewesen”, sagt er und lächelt zufrieden.

Zum Ende der Diskussion macht Juliane König vom Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. auf ein wichtiges Potenzial des Interreg-Programms und aller von Interreg geförderten Projekte aufmerksam: Bei Interreg stehen Bereiche, die sonst nicht angeschnitten werden und dennoch von wichtiger Bedeutung sind, im Fokus. Ein Beispiel für einen solchen Bereich stellt die nachhaltige Entwicklung aus UNDINE II dar.

Auch jetzt, drei Wochen nach der Kick-Off Veranstaltung, werde ich in Form eines gläsernen Seesterns noch täglich an den gelungenen Tag erinnert. Einen solchen hatten alle Teilnehmer als kleine Erinnerung zum Schluss der Veranstaltung erhalten. Und meiner hat seinen Platz auf meinem Schreibtisch gefunden.

Wir von der Interreg-Administration wünschen allen Beteiligten des Projekts guten Wind und freuen uns darauf, Neues von der spannenden Unterwasser-Reise zu hören.

Ein Artikel von Nane Sievertsen, Praktikantin im Interreg-Sekretariat

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