Interact und INFORM – Inspiration für eine bessere Kommunikation

„Sind Sie von Interreg Deutschland-Danmark? Ihr wart es doch, die den Preis von Interact für die beste Homepage gewonnen habt, oder? – wir wurden auch nominiert. Was macht ihr jetzt mit eurer Kommunikationsarbeit?“ So viele Fragen strömten auf mich ein, bevor ich den lokalen Fisch genießen konnte, der uns beim INFORM-Treffen auf Sizilien für die Interreg-Kommunikationsakteure aus ganz Europa serviert wurde. Und obwohl man so gut in Italien isst, wird der Hunger natürlich zu Gunsten eines regen Erfahrungs- und Ideenaustausch mit den anderen Kommunikationsakteuren hinten angestellt. EU-Regeln, die Anforderungen der Partner oder der Öffentlichkeitsarbeit – in ganz Europa haben Programme und Projekte ähnliche Herausforderungen.

Interact und INFORM – zwei Organe der EU, die unter anderem für die Kommunikation der Programme und die Weiterbildung der Interreg-Mitarbeiter verantwortlich sind – organisierten im Frühjahr zwei Veranstaltungen zum Thema Kommunikation. Das Programm der Workshops war breit gefächert und umfasste sowohl einen strategischen als auch einen praktischen Teil: Ein auf EU-Themen spezialisierter Journalist gab gute Tipps zum Storytelling; Projektbesuche mit einem Fokus auf Kultur und Lernen; ein Treffen mit der Kommunikationsspezialistin des Europäischen Rats, Alexandra Ekkelenkamp.

Präsident Tusk auf Twitter

Alexandra Ekkelenkamp arbeitete mit an dem Aufbau der Präsenz des Europäischen Rats in den sozialen Medien. Sie berichtete, dass 19 Angestellte am Twitter-Profil @eucopresident des Präsidenten Donald Tusk arbeiten, das über eine Million Follower hat. Aber:

„Obwohl soziale Medien nicht mehr wegzudenken sind, ist das TV immer noch ein sehr wichtiges Medium – die meisten Bürger erhalten die Nachrichten durch das Fernsehen,“ sagte Alexandra Ekkelenkamp, die ihre Aussage mit offiziellen Daten belegte. Man sollte also daran denken, seine Pressemitteilungen an das lokale und nationale Fernsehen zu senden.

Daten zur täglichen Nutzung von sozialen Medien zeigen, dass Dänemark auf Platz 2 und Deutschland dagegen auf dem vorletzten Platz liegen. Dies stellt ein Programm wie unseres vor die Herausforderung, die Zielgruppen gleichermaßen über z.B. Facebook zu erreichen.

Hello, my name is Alessandro – today I tell you about Santa Maria in Valverde

Im praktischen Teil der Veranstaltung stand ein Treffen mit einem italienischen Projekt an, das auf schönste Art und Weise Kinder, Kultur, Lernen und Touristen vereint – davon ließe sich leicht eine deutsch-dänische Version machen. „La scuola adotta la città“ – „Die Schulen adoptieren die Stadt“ – strebt an, dass Schulklassen eines der vielen kulturhistorischen Denkmäler Palermos adoptieren. Eine 4. Klasse der Stadt hat die Kirche Santa Maria in Valverde adoptiert. Die Schüler werden über die Kirche, ihre Geschichte und Architektur unterrichtet und bereiten daraus Präsentationen z.B. über die Eingangshalle, eine Statue oder Marmormosaiken vor. Die Präsentationen können die Schüler auf Italienisch und Englisch nahezu auswendig und stellen sie Touristen und lokalen Besuchern in der Kirche an einem ausgewählten Wochenende vor.

„Hier gibt es so viel Kultur, und wir möchten, dass die Kinder ein besseres Verständnis dafür bekommen und den Wert unserer Kulturschätze sehen,“ erzählt der Englischlehrer der Kinder.

Es sieht so aus, als würde ihnen das vollkommen gelingen – die jungen Schülerinnen und Schüler im Alter von 9-10 Jahren sind mit Leib und Seele dabei und alle Besucher ließen sich vom Engagement der Kinder anstecken und hatten ein unvergessliches Erlebnis.

Versetzen Sie sich in die Lage eines Lesers

Hollands Hauptstadt Amsterdam ist für seine Offenheit und Toleranz bekannt – was auch die Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit eines Interreg-Programms sind – es war daher ein passender Rahmen für die Interact-Veranstaltung, bei der der britische Journalist Gareth Harding für einen Kommunikationsworkshop verantwortlich war. Gareth Harding hat mehr als 25 Jahre in Brüssel gearbeitet. Sein Wissen über die Besonderheiten der EU kombiniert mit der Eigenschaft, gute Geschichten zu erzählen, von denen er einige zum Besten gab, hat dafür gesorgt, dass die Teilnehmer auf der Stuhlkante saßen, um alles mitzubekommen. Hier ein paar Tipps des erfahrenen Journalisten:

  • Seien Sie sich im Klaren darüber, was Sie mit dem Text erreichen wollen – soll er informieren, überzeugen, inspirieren oder ein Problem lösen?
  • Wägen Sie ab, was Sie selbst dazu bringt einen Text zu lesen, und nutzen Sie dies in den Texten, die Sie schreiben.
  • Nehmen Sie sich Zeit für die Überschrift, die Untertitel und den ersten Absatz – hier fangen Sie den Leser ein indem Spannung aufgebaut wird, Emotionen geweckt werden  und Fragen gestellt werden, auf die der Leser gerne eine Antwort haben möchte.

Lassen Sie sich inspirieren

Gareth Hardings Empfehlung – hier finden Sie mehrere gute Texte, die als Inspiration dienen können:

European Investment Bank – The Blog – People Stories Ideas
https://www.eib.org/en/infocentre/blog/index.htm
Interreg Central Baltic – Blastic blog – ein Blog über die Reduzierung der Mengen von Plastikmüll
https://www.blastic.eu/blog/
Interreg Highlights blog – hier können Sie selbst die beste Geschichte Ihres Projekts einsenden
https://interreg.eu/interreg-highlights/

Durch beide Kommunikationsveranstaltungen hatten wir die Möglichkeit, auch die anderen Teilnehmer und Programme zu inspirieren, indem wir über die kontinuierliche (Weiter-) Entwicklung unserer Kommunikationsstrategie berichteten, die zuletzt aus einer externen Evaluation der Kommunikationsarbeit bestand. Daraus resultierend liegt der Fokus unserer Strategie nun auf der Vermittlung der Programmresultate und dem Mehrwert durch Storytelling. Es war auch schön, unsere guten Ergebnisse in Verbindung mit der Interreg-Karawane zu teilen, die ein großes Interesse weckte. Außerdem konnten wir berichten, wie nah wir bei Interreg Deutschland-Danmark durch den Interreg-Ausschuss an den Politikern dran sind – dies sieht man so nicht bei anderen -Programmen.

Die vielen Anregungen der EU-Kommunikationsveranstaltungen werden in das nächste Treffen des Kommunikationsnetzwerks unseres Programms einfließen. Dieses wird am 3. September 2019 stattfinden. Sollten Sie also mit der Kommunikation in einem unserer Projekte arbeiten, merken Sie sich bereits heute das Datum vor bis wir die Einladung rausschicken. Informieren Sie auch gerne interessierte Kolleginnen und Kollegen.

Fotos: Gareth Harding und INFORM