Patienten sollen ihren Krankheitsverlauf beeinflussen können

Krankheitsverläufe und Therapieoptionen werden immer komplexer. Dies führt zu steigenden Beratungskosten im Gesundheitswesen und zu Herausforderungen für die Patienten, um die für sie richtigen Entscheidungen anlässlich ihrer Erkrankung zu treffen. Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) inklusive Partner aus Dänemark und Schleswig-Holstein sind sich dessen bewusst, dass Patienten mehr Mitspracherecht fordern und dies soll ihnen auch eingeräumt werden. Leichter gesagt als getan.

Um diese Situation zu ändern, erfordert dies, aus meiner Sicht, auf der einen Seite geschultes Fachpersonal mit einem Gefühl für den Menschen als Ganzes und auf der anderen Seite den mutigen Patienten, der sich öffnet und dazu bereit ist, Fragen zu stellen und Entscheidungen zu treffen“, so Simone Lange, Oberbürgermeisterin der Stadt Flensburg und stellvertretende deutsche Vorsitzende des Interreg-Ausschusses, welcher bei seiner gestrigen Sitzung das Projekt genehmigte.

Das UKSH steht nun an der Spitze des neuen Heracles-Projekts, welches knapp 1,4 Mio. Euro EU-Zuschuss erhält. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus Dänemark und Deutschland, u.a. der Ärztekammer Schleswig-Holstein, den Kieler und Flensburger Hochschulen, der Imland Klinik Rendsburg sowie der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft, wird der moderne Begriff „Patient Empowerment“ angegangen und umgesetzt, damit die Patienten verstärkt die Möglichkeit nutzen, ihre Behandlungsform bzw. ihre Arztwahl zu beeinflussen und das medizinische Personal besser dazu im Stande ist, den Patienten dabei zu unterstützen.

Hinter dem Projekt steht ein erfahrener Partnerkreis mit einem enormen Know-How. Ich habe hohe Erwartungen an das neue Projekt. Ganz konkret erhoffe ich mir, dass wir mit dieser EU-Investition ein Umdenken im Gesundheitssystem in der gesamten deutsch-dänischen Region – gar in der ganzen Europäischen Union – auslösen werden”, betonte Peter Sönnichsen, Ausschussmitglied des Kreises Plön und deutscher Vorsitzender des Interreg-Ausschusses.

Insgesamt hat der Interreg-Ausschuss bei seiner Sitzung am 20. Juni 2018 für sechs Projekte 8,3 Mio. Euro Interreg-Zuschuss genehmigt:

  • Das Projekt MatKult erhält ca. eine halbe Mio. Euro Zuschuss. An dem Projekt beteiligen sich u.a. die Universität zu Lübeck sowie die Europa Universität Flensburg. Ziel ist es, mit Mathematik als Brücke das interkulturelle Verständnis in der Programmregion zu fördern.
  • Das Projekt KultKit erhält ca. 1,4 Mio. Euro Zuschuss. An dem Projekt beteiligen sich u.a. die Stadt Fehmarn, Hansestadt Lübeck und der Kreis Ostholstein. Das übergeordnete Ziel des neuen Projekts ist es, das interkulturelle Verständnis der Bürger zu fördern und dazu beizutragen, dass sprachliche und kulturelle Grenzen in der Fehmarnbelt-Region abgebaut werden.
  • Das Projekt NorDigHealth erhält ca. 2,5 Mio. Euro Zuschuss. An dem Projekt beteiligen sich u.a. die Universität zu Lübeck, die Ärztekammer Schleswig-Holstein und die Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft e.V. Mittels eines frühen und breit gefächerten Einsatzes soll der Krankenstand älterer Menschen reduziert und dadurch der damit verbundene stetig wachsende Ausgabenposten in Deutschland und Dänemark gesenkt werden. Dazu sollen neue Apps entwickelt werden, die die Gesundheit der Bevölkerung verbessern bzw. zur Behandlung von Krankheiten beitragen sollen.
  • Das Projekt CheckNano erhält ca. 1 Mio. Euro Zuschuss. An dem Projekt beteiligen sich u.a. die Fachhochschule Kiel, die Hochschule Flensburg und das Unternehmen Coherent LaserSystems GmbH & Co. KG. Ziel ist die Entwicklung eines Lab on Chip- Prototypen zur schnellen Erkennung gefährlicher Nanopartikel in bspw. Lebensmitteln und Kosmetika.
  • Das Projekt TASTE erhält ca. 1,5 Mio. Euro Zuschuss. An dem Projekt beteiligen sich u.a. die Hochschule Flensburg, Nordfriesiches Lammkontor und Backensholzer Hofkäserei. Die ökologische Nachhaltigkeit der Lebensmittelhersteller soll auf beiden Seiten der Grenze erhöht werden, u. a. durch die Entwicklung eines „Nachhaltigkeitskompasses“, der den Verbrauchern einen Vergleich der Bestrebungen der Lebensmittelunternehmen ermöglicht, eine größere Nachhaltigkeit zu erzielen.