Roboter sollen das Gesundheitspersonal entlasten

Wann ist euer Roboter einsatzbereit? Wann können wir ihn bekommen? So lauten die erwartungsvollen Reaktionen aus dem Gesundheitssektor, welche die Partner hinter Health-CAT nach knapp anderthalb Jahren erhalten. Das unterstreicht den großen Bedarf und den Wunsch, das Pflegepersonal zu entlasten, sodass sie ihre Kräfte und ihre Zeit für das Wichtigste einsetzen können – und das ist der Mensch.

In Health-CAT wird die Roboter-Technologie benutzt, um den Gesundheits- und Pflegesektor zu unterstützen um damit einen Beitrag zur Lösung der Herausforderung rund um den demografischen Wandel zu leisten, der einen markant wachsenden Anteil von älteren Bürgern mit Hilfsbedarf mit sich führt.

„Anstatt eine Lösung zu postulieren, besteht der erste Teil des Projekts aus einer detaillierten Bedarfsanalyse, wo wir identifiziert haben, wo es am meisten Sinn ergibt, die Roboter-Technologie einzuführen. Für die restliche Projektlaufzeit werden wir für zwei ausgewählte Situationen Prototypen entwickeln.“ sagt Projektleiter Leon Bodenhagen, SDU Robotics, Maersk Mc-Kinney Moller Institute.

Der entwickelte Roboter-Prototyp soll dem Personal bei zeitaufwendigen, wiederkehrenden Aufgaben wie z.B. dem Transport von kleinerer Ausstattung und Tracking von größeren Hilfsmitteln, wie z.B. Hebeausstattung, behilflich sein.

Wir hören den Endverbrauchern zu

„Dadurch, dass wir in einem Krankenhaus in einer geriatrischen Abteilung (Abteilung für altersbezogene Gesundheitsprobleme, Red.) waren und ein Pflegeheim besucht haben, konnten wir die konkreten Bedürfnisse der Bürger untersuchen und haben die Endverbraucher, sowohl Patienten als auch Krankenschwestern, in die Bedarfsanalyse und Evaluierung mit einbezogen.  Das Ziel ist es, dass die kommenden Älteren in Form eines besseren Serviceniveaus einen Nutzen vom Projekt haben und ebenso dass das aktuelle Serviceniveau trotz der demographischen Herausforderung beibehalten werden kann,“ setzt der Projektleiter fort. 

Auf Grundlage der umfassenden Bedarfsanalyse haben die Projektpartner einen Bericht geschrieben, der öffentlich zugänglich ist – Sie finden ihn hier. Der Bericht an sich kann schon jetzt dabei helfen, auf die Probleme zu fokussieren, die ansonsten vielleicht eine Tendenz haben übersehen zu werden, z.B. die Mundhygiene der Älteren im Pflegeheim. Außerdem können auch andere Akteure die Bedarfsanalyse nutzen um Lösungen zu entwickeln, z.B. für Problemstellungen, die nicht nach einen Roboter rufen.

Wann ist der Roboter einsatzfähig?

Die Projektpartner rechnen nicht damit, dass es innerhalb der nächsten 10 Jahre möglich sein wird, dass mobile Roboter anspruchsvolle Aufgaben ausführen, bspw. dass ein mobiler Roboter durch ein Krankenhaus fährt und verschiedene Aufgaben löst.

Es ist jedoch denkbar, dass wir mehrere Nischenlösungen sehen werden, wo die Roboter-Technologie benutzt wird, um sehr spezifische Aufgaben zu lösen. Es gibt  z.B. Roboter, die beim Toilettenbesuch dabei helfen, die Hose aus- und anzuziehen. So ist einer der zwei Fälle, auf die Health-CAT fokussiert, auf den Transport von kleiner Ausstattung gemünzt, sodass die Krankenschwestern nicht deswegen hin- und hergehen müssen – außerdem kann die Arbeit mit der Materialauffüllung vereinfacht werden, weil der Roboter selbständig  zu einem Zentrallager fahren kann.

„Es ist wichtig für uns zu unterstreichen, dass wir mit unserer Roboter-Lösung das Pflegepersonal in Teilen der täglichen Aufgaben  unterstützen und  entlasten, die sich nicht auf die eigentliche Pflege beziehen, sodass das Personal mehr Zeit für den Kontakt mit den Bürgern oder den Patienten haben. Es ist nicht vorgesehen, dass Roboter Menschen ersetzen sollen – dazu wären Roboter auch nicht in der Lage, “ lautet es abschließend vom Projektleiter.

Siehe mehr über Health-CAT auf www.healthcat.eu