Mit Interreg durch die Walachei

Gibt es Interreg in der Walachei? Gibt es! Nicht in der sprichwörtlichen, aber in der echten Walachei, wie wir auf dem Annual Meeting der Interreg-Programme in Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens, mit eigenen Augen sehen konnten.

Eingeladen hatte die EU-Kommission anlässlich der rumänischen Europäischen Ratspräsidentschaft, um mit Vertretern der Verwaltungen von allen Interreg-Programmen aktuelle Themen zu diskutieren, und vor allem natürlich über die Zukunft von Interreg. Die neue Förderperiode beginnt in 2021, und für die bestehenden Programme ist es nun an der Zeit, mit der Vorbereitung der zukünftigen Programme zu beginnen. Ein Thema des Treffens waren daher auch die ersten Entwürfe für neue Verordnungen von der EU-Kommission, die die rechtliche Grundlage für alle Programme sind. Diese sind jedoch in vielen Punkten noch umstritten und werden nach der politischen Sommerpause mit dem Europäischen Rat und dem neuen Europäischen Parlament weiter verhandelt.

Natürlich spielten auch die Herausforderungen, denen Europa derzeit begegnen muss, eine Rolle in den Workshops und Diskussionen. Der Brexit, Migration, rechtspopulistische Bewegungen und nationalistische Trends wirken sich auch ganz konkret auf Interreg und seine Ziele aus, inhaltlich wie finanziell. Erfreulicherweise ist es jedoch so, dass trotz vieler Herausforderungen nirgendwo in Europa der Mehrwert von Interreg und die Bedeutung der Programme für das Zusammenwachsen und den Zusammenhalt von Europa bezweifelt wird.

In der Zukunft gilt es, die guten Ergebnisse und Erfolgsgeschichten von Interreg noch besser zu verbreiten und den Bürgern der EU und der ganzen Welt noch näher zu bringen. Deshalb war ein weiteres wesentliches Thema die Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Programme. Wie sieht eine gute Öffentlichkeitsarbeit aus, die auch ihre Zielgruppen erreicht? Zu den Bereichen Website, Social Media und Veranstaltungen wurden Beispiele von einer Expertin analysiert und Tipps gegeben, wie man die Sichtbarkeit erhöhen kann. Dazu werden wir in einer der nächsten Ausgaben des Newsletters Näheres berichten.

Bei einer Fahrt nach Giurgiu an der rumänisch-bulgarischen Grenze konnten wir uns dann auch noch mit eigenen Augen davon überzeugen, dass es in der Walachei, eines historischen Landesteils im Süden Rumäniens, tatsächlich Interreg gibt, und zwar sehr erfolgreich, mit viel Engagement und guten Ideen. Das vom Programm Interreg 5A Rumänien-Bulgarien finanzierte Projekt JEROME demonstrierte eindrucksvoll in einer gemeinsamen Übung von Einsatzkräften aus beiden Ländern, wie die Zusammenarbeit im Falle von chemischen, biologischen radiologischen und nuklearen Notfällen ganz praktisch und partnerschaftlich gestaltet werden kann.

Wir haben viel mitgenommen für unser Programm an Ideen, Anregungen und Diskussionsansätzen aus dem Austausch mit der EU-Kommission und den Interreg-Kollegen aus ganz Europa– manche waren sogar ganz aus Madagaskar und der Karibik angereist, denn auch da gibt es Interreg, nicht nur in der Walachei.