loader image

Interreg-Ausschuss: Vier neue Projekte genehmigt

Normalerweise treffen sich die 34 Mitglieder des Interreg-Ausschusses halbjährlich entweder in Deutschland oder Dänemark, um den Fortschritt des Interreg-Programmes zu besprechen und zu neuen Projektanträgen Stellung zu nehmen, d.h. sie zu genehmigen oder zurückzuweisen. Auf Grund von Corona war es den Mitgliedern nicht möglich, sich physisch zu treffen, aber dieser Umstand hat sie nicht daran gehindert vier neue Interreg-Projekte zu genehmigen.

Die Corona-Pandemie hat uns alle in ungewohnte Situationen versetzt. Dies gilt selbstverständlich auch für den Interreg-Ausschuss, der jetzt zum ersten Mal wichtige Entscheidungen treffen musste, ohne sich physisch treffen zu können. Das konnte nur gelingen, da wir in dieser Programmperiode starke Beziehungen zueinander aufgebaut haben. Dies wurde gerade jetzt wieder deutlich, da wir Herausforderungen mit Videotreffen und einem schriftlichen Umlaufverfahren bewältigen konnten“, so Preben Jensen, dänischer Vorsitzende des Interreg-Ausschusses und Regionsratsmitglied der Region Syddanmark.

Die Interreg-Verwaltung hat in den vorhergehenden Wochen an den Vorbereitungen und der Realisierung einer Alternative für ein physisches Treffen gearbeitet. Es ist aus dem Grund sehr zufriedenstellend, dass die Ausschuss-Sitzung trotz der besonderen Umstände, durch Mithilfe aller, realisiert werden konnte.

Zu den vorgelegten sehr interessanten Projekten kam dieses Mal das  „Projekt Beschlussfassung“ unter Corona-Bedingungen hinzu, das der Interreg-Ausschuss auch wegen der sehr guten Kommunikation zwischen den Vorsitzenden problemlos meistern konnte“, so Stefan Leyk, deutscher Vorsitzende des Interreg-Ausschusses und Kreispräsident des Kreises Plön.

Die neu genehmigten Projekte erhalten einen Gesamtzuschuss von ca. 3,3 Mio. Euro. Die Projekte starten offiziell im Sommer oder Herbst 2020. Mit den neuen Projekten hat der Interreg-Ausschuss insgesamt 59 deutsch-dänische Projekte genehmigt.

Klassische Musik mit neuem Sound

Unter dem Motto „Klassik am Puls der Zeit“ möchte das neue Projekt KREATIV LAB – DigiSOUNDS Schülerinnen und Schüler motivieren, klassische Musikstücke mit digitalen Elementen und analogen Musikinstrumenten neu zu komponieren. Die Projektpartner möchten das interkulturelle Verständnis bei Jugendlichen stärken und Menschen zu persönlichen Treffen über die Grenze hinweg motivieren. Hierunter zu Konzertbesuchen, die grenzüberschreitend im Rahmen des Projekts stattfinden sollen. Mit der Musik als universelle Sprache sollen Schüler/-innen, Lehrer/-innen, Pädagogen und andere Interessenten erleben, dass Sprachbarrieren reduziert, während die Zugehörigkeit sowie Verbundenheit gestärkt werden.

Digitale Entwicklung: eine Modernisierung des Schulunterrichts

Laut internationalen Studien sind die Bildungssysteme in Deutschland und Dänemark nicht auf die bevorstehende digitale Transformation des Arbeitsmarktes vorbereitet. Daher besteht ein dringender Handlungsbedarf, damit junge Menschen mit einer Ausbildung in digitaler Technologie schnell ins Arbeitsleben finden. Das neue Projekt DiASPer – Digitale Arbeitswelt aus Schulperspektive strebt entsprechend die Steigerung der Kompetenzen zu berufsrelevanten digitalen Technologien bei Jugendlichen an, um zukünftige Fachkräfte auf die Arbeitswelt 4.0. vorzubereiten. Um schnell einen großen Effekt zu erreichen, werden die Projektpartner Elemente aus der digitalen Technologie in den regulären Unterricht in den MINT-Fächern implementieren (MINT: (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik). Mit dem Projekt DiASper wird es möglich, den MINT-Schulunterricht zu modernisieren, Lehrkräfte weiterzubilden und bietet jungen Menschen eine Grundausbildung in digitaler Technologie, und leistet auf diese Weise einen Beitrag, um den Mangel an qualifizierter Arbeitskraft zu reduzieren. Das Projekt trägt zu einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung in der deutsch-dänischen Programmregion bei.

Gemeinsame Gesichtspunkte auf eine deutsch-dänische Vergangenheit und Zukunft

Anlässlich des 100-jährigen Jahrestages der Volksabstimmung im deutsch-dänischen Grenzraum spielt das neue Projekt PerspektivRegion – Dänisch-Deutsches Erinnerungs- und Zukunftsparlament eine Rolle. In dem Projekt sollen gemeinsame historische und zukünftige Gesichtspunkte der Grenzregion erarbeitet und Lösungen zu gemeinsamen Herausforderungen entwickelt werden. Dies soll durch einwöchige Erinnerungs- und Zukunftsparlamentsveranstaltungen erreicht werden, wo je 50 Teilnehmer aus der Grenzregion in Ausschüssen und Plenumssitzungen verschiedene Themen und Herausforderungen erörtern. Die Ergebnisse der Parlamentsveranstaltungen sollen der Öffentlichkeit in einer Reihe von Veranstaltungen präsentiert werden, u.a. durch Videos, in Kunstausstellungen und bei der Vergabe von einem neu geschaffenen dänisch-deutschen Kunstpreis. Das Projekt fördert ein gesteigertes Wissen der Bürger über die deutsch-dänische Lebensweise, Kultur und gemeinsame Geschichte.

Gemeinsam für eine deutsch-dänische nachhaltige Entwicklung

Mit der Verabschiedung der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals – SDG) im Jahr 2015 hat sich die Weltbevölkerung auf einen Fahrplan für eine nachhaltige Zukunft verständigt. Das neu genehmigte Projekt SARA hat das Ziel, die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung in der deutsch-dänischen Programmregion zu implementieren. Der Bedarf am SARA-Projekt liegt in der negativen Wirkung, die die nicht-nachhaltige Entwicklung hat und die sowohl in Deutschland als auch in Dänemark spürbar ist. Das Thema Klima und nachhaltige Alternativen ist aktuell. Die Projektpartner nehmen die gemeinsamen Herausforderungen zum Anlass, um die SDGs auf eine regionale und lokale Ebene zu übersetzen, z.B. indem Wissen grenzüberschreitend ausgetauscht wird. Die Projektarbeit soll unter anderem in einer langfristigen grenzüberschreitenden Zusammenarbeit resultieren, Wissensteilung sichern und als gemeinsame Grundlage für zukünftige Entscheidungen mit Hinblick auf eine gemeinsame nachhaltige Entwicklung dienen.

Zusätzlich zu den Projektgenehmigungen hat der Ausschuss den finanziellen Stand des Programmes besprochen sowie die Interreg-Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark nach 2020 erörtert.


Infobox neu genehmigte Projekte

KREATIV LAB – DigiSOUNDS

Leadpartner: Technische Hochschule Lübeck
Fördersumme: 1.189.992 €
Laufzeit: 01.06.2020 – 31.08.2022

Priorität: 4.2 – Funktionelle Zusammenarbeit

27 deutsch-dänische Projekt- und Netzwerkpartner sind am Projekt beteiligt.

DiASper – Digitale Arbeitswelt aus Schulperspektive

Leadpartner: IPN – Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik, Kiel
Fördersumme: 636.162,50 €
Laufzeit: 01.08.2020 – 30.06.2023

Priorität: 3.2 – Arbeitsmarkt, Beschäftigung und Ausbilung

Sieben deutsch-dänische Projekt- und Netzwerkpartner sind am Projekt beteiligt.

PerspektivRegion – Dänisch-Deutsches Erinnerung- und Zukunftsparlament

Leadpartner: Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein
Fördersumme: 866.597,80 €
Laufzeit: 01.07.2020 – 31.03.2023

Priorität: 4.2 – Funktionelle Zusammenarbeit

Neun deutsch-dänische Projekt- und Netzwerkpartner sind am Projekt beteiligt.

SARA (Sustainable Development Goals – SDGs, Adaptable Indicators and Methods, Regional Development and Active Implementation)

Leadpartner: Region Syddanmark
Fördersumme: 646.427,37 €
Laufzeit: 01.09.2020 – 31.08.2022

Priorität: 4.1 – Funkionelle Zusammenarbeit

18 deutsch-dänische Projekt- und Netzwerkpartner sind am Projekt beteiligt.