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Frau hält älterem Mann Hand

Letzte Hilfe genauso wichtig wie Erste Hilfe

„Letzte Hilfe Kurse“ sollen uns darauf vorbereiten, wie wir schwerkranke Angehörige bis zum Tod einfühlsam und verantwortungsbewusst begleiten können. Das neue Interreg-Projekt „SOMB“ bietet jetzt kostenfreie Letzte Hilfe Kurse an. Der Tod und letzte Abschied; ein schwieriges, emotionales und doch so wichtiges Thema, welches die deutschen und dänischen Projektpartner in „Letzte Hilfe“-Workshops emphatisch, verständlich und praxisorientiert vermitteln.

Der Mangel an Betreuung beim Lebensende im eigenen Zuhause und die fehlenden fachgerechten Kenntnisse sowie die Angst, über den Tod zu sprechen ist eine bekannte Herausforderung. Dieser Herausforderung möchte das Projektteam um den Palliativmediziner und Projektleiter Dr. Georg Bollig entgegenkommen:

„Wenn die letzte Lebensphase erreicht wird, wünschen sich viele Menschen in den eigenen vier Wänden zu sterben. Laut Untersuchungen sind es bis zu 80 Prozent der Sterbenden. Ermöglicht wird dies aber schätzungsweise für nur 20 Prozent. Wir möchten hier Hilfestellung leisten, damit Betroffene bei Überforderung, Hilflosigkeit und Angst wissen, was zu tun ist – und wissen, dass sie nicht alleine sind.“

Der Letzte Hilfe Kurs ähnelt im Aufbau einem Erste-Hilfe-Kurs und besteht in der Regel aus vier Unterrichtseinheiten, die jeweils 45 Minuten dauern. Nach dem Kurs haben die Teilnehmer Kenntnis über die verschiedenen Möglichkeiten, um Schwerkranke und Sterbende zu begleiten und wissen, wie sie handeln können. Hierbei geht es u.a. um Mundpflege und Linderung von Durst, Übelkeit und Atemnot sowie der Vorsorgeplanung. Der generelle Austausch über das Thema Sterben sowie die Verarbeitung und der Prozess des Trauerns ist Teil des Workshop Konzeptes.

Da sein fĂĽr den anderen: Anmeldung zum Letzte Hilfe Kursus
Ob vorbeugend, aus Interesse oder aus einer aktuellen Situation heraus; Sie haben die Möglichkeit an einem der Letzte Hilfe Kurse, die durch das SOMB-Projekt angeboten werden, teilzunehmen. Der nächste Kurs findet online via Zoom am 18. August oder am 11. September von 9 bis 16 Uhr statt. Wenn es die Corona-Lage zulässt, sind auch Präsenzveranstaltungen möglich. Nach Wunsch findet der Workshop in deutscher oder dänischer Sprache statt. Zusätzliche Informationen gibt es per E-Mail oder telefonisch bei Forschungssekretärin Kathrin Søderberg: KSO@rsyd.dk Tlf. +45 79 97 32 65. Dort können Sie sich ebenfalls anmelden.

Kulturelle Unterschiede bei Letzte Hilfe?
Die Projektpartner Katharinen Hospiz am Park Flensburg, Malteser Krankenhaus St. Franziskus Hospital, Ev.-luth. Diakonissenanstalt Flensburg und Sygehus Sønderjylland (Leadpartner) untersuchen, ob Bedarf für eine kulturelle Anpassung der Letze-Hilfe-Kurse in Bezug auf Nationalität, Glauben und andere Faktoren besteht.

„Es gibt Anzeichen dafür, dass es kulturelle Unterschiede und Meinungen in Deutschland und Dänemark gibt, die in Letzte Hilfe Kursen angesprochen werden sollten, um zu sichern, dass Minderheiten auf beiden Seiten der deutsch-dänischen Grenze die bestmögliche Hilfe erhalten, die ihrer Kultur angepasst ist,“ so Dr. Georg Bollig, wohnhaft in Schleswig und Oberarzt am „Sygehus Sønderjylland“ in Dänemark.

Wesentliche Resultate des Netzwerkprojektes sind eine gesteigerte Zusammenarbeit, eine Sensibilisierung des Tabuthemas Tod sowie mehr Respekt für kulturelle Unterschiede. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist entscheidend, um kulturelle Unterschiede im Umgang mit dem Tod und der Betreuung von Sterbenden zu beleuchten. Da dies ein kleineres Vorab-Projekt ist, bezieht es sich ausschließlich auf den westlichen Teil der Programmregion. Es ist jedoch angedacht, die gesamte Programmregion in einen kommenden Hauptantrag in der neuen Förderperiode (Interreg6A, 2021-2017) mit einzubeziehen.

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