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30 Jahre Interreg – Europa macht’s möglich

30 Jahre und noch unverheiratet? Nach deutscher Tradition bedeutet dies Klinken putzen oder Treppe fegen. In DĂ€nemark wird das Geburtstagskind mit Pfeffer beworfen und bekommt eine PfeffermĂŒhle geschenkt.

Im Jahr 2020 wird die europĂ€ische Förderinitiative – Interreg – bereits 30 Jahre alt. Das JubilĂ€um wird in ganz Europa von der EuropĂ€ischen Union, den vielen Interreg-Programmen sowie geförderten Projekten gefeiert.

Kommt eine Pfeffer-Überraschung, Klinkenputzen oder Treppe fegen fĂŒr uns in Frage? Wohl kaum, denn unser Interreg-Programm verbindet Deutschland und DĂ€nemark – vergleichbar mit einer Ehe werden Herausforderungen angegangen und gemeinsam Lösungen gefunden. 

Bei Interreg geht es aber auch insbesondere darum, dass Menschen sich beiderseits der Grenze treffen und erleben, dass man sich gemeinsam von Unterschieden in Sprache, Kultur und Geschichte distanzieren kann. Dass es mehr gibt, das uns verbindet, als uns trennt. Es erfordert natĂŒrlich Mut, etwas Anderes als das Übliche zu tun, die Komfortzone zu verlassen und sich fĂŒr eine grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit zu öffnen. Aber es zahlt sich aus – und da sind unsere vielen Interreg-Projekte die besten Beispiele.

Die AnfÀnge von Interreg

Seit 1990 fördert die EuropĂ€ische Union die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit der Regionen in Europa mit Interreg. Durch Interreg soll die Zusammenarbeit von benachbarten Regionen an Binnengrenzen der EU gefördert und unterstĂŒtzt werden. Allgemeines Ziel von Interreg ist es, dass nationale Grenzen kein Hindernis fĂŒr eine ausgewogene Entwicklung und Integration des europĂ€ischen Raums sind. In ganz Europa gibt es ca. 90 Interreg-Programme. Lesen Sie mehr ĂŒber Interreg und entdecken Sie die vielen unterschiedlichen Programme auf www.interreg.eu.

Interreg greift grenzĂŒberschreitende Problemstellungen auf, schafft neue Möglichkeiten und Kooperationen, wobei die Grenze nicht als Hindernis gesehen wird. So wurde beispielsweise bereits im Rahmen von Interreg 3A – im Zeitraum 2000-2006 – ein Projekt der grenzĂŒbergreifenden Luftrettung zwischen DĂ€nemark und Deutschland erstmalig gefördert. Dieses Projekt entstand nach der Etablierung des grenzĂŒbergreifenden Rettungshubschraubers in NiebĂŒll. Der Hubschrauber ist mit Ärzten und Rettern aus DĂ€nemark und Deutschland besetzt und ĂŒberquert die (Luft)Grenze, um dort zu helfen, wo Hilfe benötigt wird.

Die im Interreg 3A-Programm etablierte Notruf-Zusammenarbeit wurde im Rahmen vom Interreg 4A-Programm ‚Syddanmark-Schleswig-K.E.R.N.‘ in einem neuen Projekt – ‚Gefahrenabwehr ohne Grenzen‘ – weiter gefördert. Hier lag der Fokus allerdings im Bereich Brandschutz, die Partnerschaft und geografische Ausbreitung wurden erweitert. Das deutsch-dĂ€nische Interreg 4A-Programm hat in den Jahren 2007-2013 insgesamt 73 Entwicklungsprojekte mit ca. 44,3 Mio. Euro gefördert.

Zu Interreg4A-Zeiten gab es noch zwei deutsch-dĂ€nische Interreg-Programme. So bildeten die Region SjĂŠlland in DĂ€nemark und der Kreis Plön, der Kreis Ostholstein und die Hansestadt LĂŒbeck das Interreg-Programm ‚Fehmarnbeltregion‘. Das Fehmarnbelt-Programm (2007-2013) hatte 22,9 Mio. Euro zur VerfĂŒgung. Insgesamt wurden 37 Projekte gefördert. Beispielsweise sind der Arbeiter-Samariter-Bund in Schleswig-Holstein und Dansk FolkehjĂŠlp auf Lolland eine dauerhafte Zusammenarbeit eingegangen – mit Starthilfe von Interreg. Die Zusammenarbeit startete im Rahmen des Projekts ‚Beltsamariter‘ und die Zielsetzung war voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstĂŒtzen, u.a. in den Bereichen SanitĂ€tsdienst und soziale UnterstĂŒtzungsarbeit, von der besonders Ă€ltere MitbĂŒrger profitieren sollen. Heute steht das Projekt auf eigenen Beinen.

Im Hier und Jetzt und ein vorsichtiger Blick in die Zukunft

2014 war der Startschuss fĂŒr Interreg Deutschland-Danmark. FĂŒr die, die es noch nicht wussten: Das aktuelle Interreg-Programm entstand nach einem Zusammenschluss der zwei ehemalig separaten Interreg4A-Programme. Aufbauend auf den guten Ergebnissen der VorgĂ€ngerprogramme wird im aktuellen Interreg 5A-Programm das Projekt ‚Gefahrenabwehr ohne Grenzen 2.0‘ mit tiefergehenden Perspektiven, neuen Inhalten und AktivitĂ€ten gefördert. Eine Zusammenarbeit, die ĂŒber die letzten Jahre vertieft und erweitert wurde, und ohne Interreg-Mittel so nicht möglich gewesen wĂ€re.

90 Mio. Euro, 54 deutsch-dĂ€nische Projekte, 63.591 Teilnehmer in AktivitĂ€ten, die einem besseren interkulturellen VerstĂ€ndnis dienen und 203 neue Initiativen zur Lösung gemeinsamer Herausforderungen und zur UnterstĂŒtzung der gemeinsamen AttraktivitĂ€t ĂŒber die Grenze hinweg. Das sind nur einige Zahlen und Ergebnisse (Stand Februar 2020), die das aktuelle Interreg 5A-Programm schon prĂ€sentieren kann.

Unsere Projekte retten Leben, schaffen nachhaltige Lösungen fĂŒr Herausforderungen die mit Klimawandel einhergehen, ermöglichen den kulturellen Austausch, schaffen Wachstum und Jobs in der Programmregion, helfen physische und mentale Barrieren abzubauen und vieles mehr.

Die Mittel im aktuellen Programm Interreg Deutschland-Danmark sind nahezu ausgeschöpft. Ein gutes Zeichen, denn eine hohe Nachfrage signalisiert den Bedarf an und den Wunsch nach weiteren Mitteln, um die grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit in vielen Bereichen auch in Zukunft stĂ€rken zu können. Mit Blick auf ein mögliches Interreg 6A-Programm ist dies ein positives Signal gegenĂŒber der EuropĂ€ischen Kommission und den aktuellen Programmpartnern, die sich zum jetzigen Zeitpunkt mit der Realisierung beschĂ€ftigen.     

Wir freuen uns darauf, Interregs runden Geburtstag feiern zu können – wie sagt man so schön: man ist nur so alt, wie man sich fĂŒhlt. Und in Interreg steckt noch viel Potenzial und ‚Lebensfreude‘. Und mit 30 gehört man wirklich noch nicht zum alten Eisen
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